05.10.2017, GWG

AUFRICHTE IN OSSINGEN

In Ossingen hat die GWG die Aufrichte gefeiert. Mit einem grossen Fest bedankten wir uns bei den Handwerksleuten für die bisher geleistete Massarbeit.

Wenn so viele Menschen jeden Tag im Planungsbüro und auf der Baustelle alles geben, damit unsere neue Genossenschaftssiedlung in Zukunft ein Ort ist, an dem man sich rundum zuhause fühlt, dann ist Eines ganz wichtig – dass wir Danke sagen. Am besten mit Apéro, feinem Znacht, kurzweiligen Reden, witzigen Anekdoten, Spiel und Spass, einer eigens eingerichteten Bar und einem kleinen «Bhaltis» für daheim.

Genau das haben wir getan. Rund 150 Handwerkerinnen und Planer, eine Delegation der Gemeinde Ossingen und die Landverkäuferfamilie sind unserer Einladung gefolgt und haben mit uns im Innenhof einen Baum gepflanzt, gemeinsam Hackbraten und Crème brulée gegessen, ein Bier getrunken und dem Richtspruch der Zimmersleute gelauscht.

Die ersten Wohnungen in Ossingen werden im Dezember bezogen. Alles zu unserer wunderschönen Siedlung Orenberg finden Sie hier: www.gwg-ossingen.ch.

Erste Impressionen der neuen Siedlung. (Bilder: Alessandro Della Bella)

Ein Zeichen der guten Zusammenarbeit: Gemeinsam «pflanzten» alle Gäste einen Nussbaum.

En Guete! Diesen Apéro haben sich die Bauarbeiterinnen und Planer mehr als verdient.

Dank 150 Gästen kam ordentlich Leben in die Tiefgarage.

So lässt es sich leben: Blick in die Cocktailbar.

 

27.09.2017, GWG

Herein in die gute Stube!

Am Einweihungsfest haben die Flarzett-Bewohnerinnen und -Bewohner ihre Siedlung ihren Nachbarinnen und Nachbarn im Dorfkern von Elsau gezeigt.

Im Flarzett fühlen sich die Bewohnerinnen und Bewohner zuhause. Das war am Einweihungsfest vom ersten Moment an spürbar. Nach der Rede von Präsidentin Doris Sutter applaudierten die Anwesenden lange. Sie dankten damit allen, die mithalfen, die neuen Häuser zum Leben zu erwecken und wünschten der Siedlung mit ihrem Applaus das Beste für die Zukunft. Mitgestaltet haben das Flarzett auch die Bewohnerinnen und Bewohner. Zum Beispiel die Gemeinschaftsstube haben sie eingerichtet. Dort können alle jederzeit mit ihrem Wohnungsschlüssel rein. Und im Anschluss an die Einweihung machten die Bewohnerinnen und Bewohner gleich noch ein Siedlungsfest.

Mit Hüpfburg, Zvieri und Partyzelt: Die Siedlung Flarzett
in Elsau wurde am 2. September eingeweiht.

Die Stube: jederzeit zugänglich und auch für private Feste.

Die Kinder durften sich am Einweihungsfest
bunt schminken lassen.

Die Feuerstelle wurde geplant von der
Themengruppe Aussenraum.

Der überdachte Sitzplatz vor der Gemeinschaftsstube
ist auch während eines Sommerregens einladend.

Viel Raum unter dem Dach: Beispiel einer
überhohen Dachwohnung im Flarzett.

Im Flarzett sind nur noch wenige Wohnungen frei.
Weitere Wohnungsfotos finden Sie auf unserer Bildergalerie.

01.06.2017, GWG

ALLE PROFITIEREN VON WOHNBAUGENOSSENSCHAFTEN

Was machen eigentlich Wohnbaugenossenschaften und wofür sind sie gut? Viele können diese Fragen nicht genau beantworten. Der Verband Wohnbaugenossenschaften Winterthur möchte deshalb mit seiner Kampagne «alle-profitieren.ch» die wichtigsten Informationen über Wohnbaugenossenschaften verbreiten. Gleichzeitig präsentiert er erstmals eine Liste, die zeigt, wie man wo zu einer der begehrten Genossenschaftswohnungen kommt. Dazu gehören die sieben wichtigsten Tipps und eine Karte mit allen Häusern, die in Genossenschaftsbesitz sind. Ausserdem gibt es auf der Kampagnen-Website einen Wettbewerb mit tollen Preisen. Erfahren Sie mehr auf www.alle-profitieren.ch.

Eines der Kampagnengesichter ist übrigens Margrith Gagliardi (siehe Bild), die seit 1939 bei der GWG zuhause ist.

18.05.2017, Laura Bösiger

GV: ABSCHIED NACH JAHRZEHNTELANGEM EINSATZ

Nach unzähligen Jahren im Vorstand sind Paolo Benvenuti und Donato Cammarota an der diesjährigen GV zurückgetreten. In ihre Fussstapfen treten Susan Lütolf und Thomas Grenacher.

 

«Ihr seid die GWG», sagte Paolo Benvenuti in seiner Rede zu den Genossenschafterinnen und Genossenschaftern im Kongresshaus Liebestrasse. Gemeinsam mit Donato Cammarota verabschiedete er sich mit herzlichen Abschiedsworten aus dem Vorstand. Zuerst als Bewohner und Hauswarte, dann als Bewirtschafter, zuletzt im Vorstand – und immer mit einem offenen Ohr für die Anliegen der Bewohnerinnen und Bewohner: Zusammen setzten sie sich fast ein halbes Jahrhundert für die GWG ein. Wir danken den beiden von Herzen für ihr grosses Engagement! Wir werden den Abschied demnächst im kleinen Rahmen nochmals gebührend feiern. Neu in den Vorstand gewählt wurden Susan Lütolf und Thomas Grenacher. Sie ergänzen die bisherigen Vorstandsmitglieder, die wie Präsidentin Doris Sutter Gresia durch die GV im Amt bestätigt wurden. Auch in der Schlichtungskommission gab es Wechsel: Ursula Friedli trat nach 20 verdienstvollen Jahren zurück. Neu gewählt wurden Katharina Gander und Olivier Margraf.

Neu im Vorstand: Susan Lütolf.

Neu im Vorstand: Thomas Grenacher.

Statutenänderung bringt Vorteile

Der beantragten Statutenänderung stimmte die Versammlung ebenfalls einstimmig zu. Die wichtigste Neuerung ist die Ergänzung des Zweckartikels. Die GWG setzt sich damit zusätzlich zum Ziel, die Lebenshaltungskosten der Genossenschafterinnen und Genossenschafter zu senken. Diese Neuausrichtung ist einmalig und wir möchten hier eine Vorreiterrolle übernehmen.

So bietet die GWG nicht nur für jede Lebenslage ein schönes Zuhause zu einem fairen Mietzins, sondern auch Vorteile, die über die eigenen vier Wände hinausgehen. Wir freuen uns darauf, in Zukunft noch mehr Ideen umzusetzen, welche die Lebensqualität steigern und helfen, die Alltagskosten tief zu halten.

Präsidentin Doris Sutter Gresia führte durch
die GV.

Insgesamt folgten 328 Stimmberechtigte und Begleitpersonen sowie 32 Gäste den Ausführungen des Vorstands. Nach dem offiziellen GV-Teil fand der Abend einen gemütlichen Ausklang: Während die Erwachsenen das Nachtessen genossen, vergnügten sich die 56 Kinder im vom Zirkus Pipistrello eingerichteten und betreuten Spielparadies im Untergeschoss. Wie immer gab es auch dieses Jahr ein «Bhaltis» mit auf den Heimweg.

Eine Auswahl der besten Schnappschüsse ist unter «Zusammenleben/Galerie» aufgeschaltet. Wir freuen uns auf die nächste GV am 18. Mai 2018.

Genossenschafterinnen und Genossenschafter
nach der GV.

15.05.2017, GWG

Vom Wald an die Fassade

Drei der sechs Häuser unserer Siedlung Orenberg werden mit Holz verkleidet: nämlich mit Fichtenholz aus Ossingen.

Wenn alle an einem Strick ziehen, dann kommt es gut. So auch, wenn es darum geht, Holz aus der Region zu verbauen. Um die Häuser der neuen GWG-Siedlung Orenberg mit Holz aus den umliegenden Wäldern zu verschalen, haben wir mit der Sägerei Konrad Keller AG aus Unterstammheim und dem Förster im Revier Ossingen-Truttikon zusammengespannt. Eine Erfolgsgeschichte, die genau geplant werden musste.

Holz aus Privatwaldbesitz

Um an die nötige Menge Holz zu kommen, klopfte Förster Simon Eriksson bei sechs privaten Waldbesitzern im Revier an. Wie Nadia Ehrbar vom Landboten schreibt, seien die Waldbesitzer wegen der derzeit tiefen Holzpreise zuerst nicht gerade begeistert gewesen. Als sie dann aber hörten, dass es im Ort selbst verbaut würde, sagten sie zu. «Rund drei Wochen lang haben die Forstarbeiter 526 Bäume geschlagen. Das sind 550 Kubikmeter Holz. Mitte April kam das Holz in die Sägerei in Unterstammheim, wo es längs in schmale Bretter eingeschnitten und in den Trockner gebracht wurde», führt Ehrbar weiter aus.

Kurze Trockenpause

Über die Weiterverarbeitungsphase des Holzes nach einer dreitägigen Trocknungsphase schreibt der Landbote: «Die Sägereimitarbeiter fixieren Astlöcher mit Leim und lassen die Holzlatten durch die Hobelmaschine laufen und auf allen vier Seiten hobeln. Weiter behandelt wird das Holz nicht, sodass es sich grau bis schwarz verfärben wird.»

Vom Wald an die Wand

Nur zwei Wochen nach der letzten Baumfällung wurden die ersten Bretter bereits auf der Baustelle verbaut – und zwar von der Winterthurer Holzbaufirma Zehnder. Als verantwortungsbewusste Genossenschaft legen wir Wert drauf, so viele Aufträge wie möglich an Unternehmen aus der Region zu vergeben. So kommen zum Beispiel die Küchen aus Oberwil oder der Baumeister aus Kleinandelfingen. Die ersten GWG-Wohnungen in Ossingen sind im Dezember bezugsbereit. Auf unserer Projektseite sind alle Wohnungen einsehbar.

06.04.2017, GWG

Siedlung Vogelsang: Baugespanne sind aufgestellt

Ende März wurde das Baugesuch für die 161 Wohnungen der geplanten Siedlung Vogelsang eingereicht. Die Bauvisiere sind aufgestellt.

 

Nur 5 Minuten mit dem Velo von der Altstadt entfernt und nahe beim Eschenbergwald sollen ab 2021 rund 280 Erwachsene und 100 Kinder ihr neues Zuhause finden. In der neuen Siedlung Vogelsang, die an Stelle unserer Gründersiedlung geplant ist, werden voraussichtlich zweieinhalbmal so viele Menschen leben als heute. Das Baugesuch für das seit dem Architekturwettbewerb 2014 laufend weiterentwickelte Projekt wurde am 24. März fristgerecht dem Baupolizeiamt zugestellt.

Das aussergewöhnliche Projekt der Architekten Knapkiewicz & Fickert bietet insgesamt 47 Wohnungen mit 2.5 Zimmern, 49 mit 3.5 Zimmern, 33 mit 4.5 Zimmern, 20 mit 5.5 Zimmern und 12 WG-Wohnungen. Die Mietzinse richten sich nach den effektiven Bau- und Finanzierungskosten und werden etwa ein Jahr vor Erstbezug kommuniziert werden können.

Anteilsscheine im Rahmen eines Mietzinsdepots

Die zukünftigen Bewohnerinnen und Bewohner der Siedlung werden durch Abschliessen des Mietvertrages Genossenschafter und Genossenschafterinnen der GWG. Die zu zeichnenden Anteilscheine werden, wie bei uns üblich, im Bereich von zwei bis drei Monatsmieten liegen.

Befristete Mietverträge bis im Sommer 2018

Aus den 96 Altbauwohnungen der bestehenden Siedlung ist die Mehrheit der Genossenschafterinnen und Genossenschafter bereits in andere GWG-Wohnungen umgezogen. Die so frei gewordenen Wohnungen werden bis Sommer 2018 von Mieterinnen und Mietern mit befristeten Mietverträgen genutzt.

Von der Volksabstimmung bis zum Baugesuch

Nach einer langen Vorgeschichte mit Volksabstimmung, Liegenschaftentausch und Architekturwettbewerb entschied der Grosse Gemeinderat im September 2016 der GWG für 6.12 Millionen Franken einen Teil des städtischen Püntenlandes oberhalb der bestehenden GWG-Siedlung zu verkaufen. Der Kaufvertrag zwischen der Stadt und der GWG sah vor, dass die GWG bis Ende März 2017 das Baugesuch einreicht.

Geplante Siedlung Vogelsang: Nur 5 Minuten
mit dem Velo von der Altstadt entfernt.

Weitere Informationen über das Projekt Vogelsang finden Sie unter:
www.gwg.ch/bauprojekt/neuer-vogelsang

01.02.2017, Simon Brühlmann

Mitsprache zur geplanten Statutenänderung

Am Donnerstagabend, am 26. Januar, fand auf der Geschäftstelle ein Vorbereitungsanlass für Genossenschafterinnen und Genossenschafter statt; im Hinblick auf die geplante Statutenänderung. Die Präsidentin, Doris Sutter, führte durch alle Punkte der geplanten Änderung. Die Genossenschafterinnen und Genossenschafter hatten Gelegenheit, Fragen und Anregungen einzubringen.

Die Möglichkeit zur Teilnahme stand allen Genossenschafterinnen und Genossenschaftern offen. Im GWG-Aktuell hatten wir zum Anlass eingeladen. Ein Textdokument mit den vorgeschlagenen Änderungen konnte vorab heruntergeladen und en détail studiert werden.

Angeregt und mit Interesse äusserten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu den einzelnen Punkten. Die dabei aufgeworfenen Fragen beantwortete in der Hauptsache die Präsidentin Doris Sutter. Sie erklärte die zugrundeliegenden Überlegungen zu dieser Anpassung der Statuten an die heutige, im Laufe der Zeit veränderte, Situation unserer Genossenschaft. Da an der Veranstaltung keine Widersprüche oder Einwände auftauchten, werden die Änderungen wie geplant der Generalversammlung zur Abstimmung vorgelegt werden.

In dieser Gesprächsrunde kamen aber nicht nur Themen zur Sprache, die sich direkt auf den Statutentext bezogen. Vielmehr erzählten die Genossenschafterinnen und Genossenschafter auch, was das Zusammenleben in einer Genossenschaft für sie so besonders macht. Ein Auftritt des Komikers Emil Steinberger zum Beispiel, an einer Generalversammlung. Oder dass manchmal getanzt worden sei an der GV. Neben den spannenden Inputs zu den Statuten wurde somit auch klar, was den besonderen Reiz der GWG ausmacht: die Menschen und die erfreulichen Begegnungen.

19.12.2016, Simon Brühlmann

Baustellenznüni in Ossingen

Die GWG hat alle am Bau in Ossingen beteiligten handwerklichen Betriebe sowie die Planerinnen und Planer zu einem Baustellenznüni eingeladen. Damit bedankte sie sich für den grossen Einsatz beim Bau der Siedlung Orenberg und für die hohe Qualität der bisher geleisteten Arbeit.

 

Am Morgen des 14. Dezembers wurden auf der Baustelle an der Orenbergstrasse in Ossingen Güter angeliefert, bei denen es sich für einmal nicht um Baumaterialien im engeren Sinne handelte: Kaffee, Punsch, Brötli, Wienerli, Sandwiches, Kuchen, Schöggeli und Erdnüssli. Mit Unterstützung der Bauprofis vor Ort bereitete das GWG-Team im zukünftigen Gemeinschaftsraum alles vor für den besonderen Znüni.

Punkt neun Uhr war es soweit, die Ersten tauchten zum wohlverdienten Imbiss auf. Rund 80 Personen galt es zu verköstigen, vier Kaffeemaschinen waren gleichzeitig im Einsatz (zwischendurch «gönnten» sich zwei davon eigenmächtig eine Verschnaufpause). Neben der willkommenen Verpflegung kam vielen bestimmt auch der Heizlüfter nicht ungelegen, dank dem man die frostigen Aussentemperaturen für eine Weile vergessen konnte. Mit herzlichen Worten bedankten sich Giuseppe Venturini (Projektverantwortlicher Bauherr der GWG) und Yves Trostel (Bauleitung der BDE Architekten) bei den Anwesenden für die hohe Qualität der auf der Baustelle geleisteten Arbeiten.

Viel getan hat sich in den vergangenen Monaten nicht nur auf der Baustelle selbst, sondern auch auf der Website der Siedlung. Seit Kurzem kann man sich nämlich unter www.gwg-ossingen.ch ein sehr detailliertes Bild über die zukünftige Siedlung verschaffen. Die Grundrisse jeder einzelnen Wohnung können angeschaut und heruntergeladen werden. Dank den Innen- und Aussenvisualisierungen sieht man, wie angenehm das Wohnen in der Siedlung einst sein wird. In manchen Wohnungen kann man bereits umherspazieren; dank einem virtuellen Rundgang. Schauen Sie sich um, auf www.gwg-ossingen.ch. Die Erstvermietung läuft bereits.

25.11.2016, Laura Bösiger

Ersatzneubau «Vogelsang» nimmt Form an

Die GWG hat Ende November über den aktuellen Projektstand des Ersatzneubaus für unsere Gründersiedlung im Vogelsang informiert. Das Interesse an der neuen Genossenschaftssiedlung war gross.

 

Genau zwei Jahre nach der Vorstellung des Siegerprojekts der Architekten Knapkiewicz & Fickert hat die GWG den aktuellen Projektstand für den Ersatzneubau unserer Gründersiedlung vorgestellt. Neben den Bewohnerinnen und Bewohnern des Vogelsangs folgten auch Anwohnerinnen und Anwohner und je ein Vertreter der Stadt, des Quartiervereins und des benachbarten Püntikervereins unserer Einladung.

Vom Lindenspalier bis zur Kindertagesstätte

Dass das Interesse und die Begeisterung für das unkonventionelle Projekt so gross waren, hat uns speziell gefreut. Die Ausgestaltung der Wohnhöfe, die vielfältigen Wohnungen, das Energiekonzept, die ebenerdig erschlossenen 18 Veloeinstellhallen, die Kindertagesstätte, die Aussicht und die Besonnung, die Lindenspaliere die Obstbäume, die Sitz- und Spielgelegenheiten für das Quartier: Zu allem wurde diskutiert, gefragt und geantwortet. Die an den Wänden aufgehängten Visualisierungen und Pläne wurden rege studiert und untereinander besprochen.

Baueingabe im Frühling

Die Baueingabe für den Ersatzneubau ist im Frühling 2017 geplant. Frühester Baubeginn ist Mitte 2018.Bis dahin unterstützen wir die jetzigen Bewohnerinnen und Bewohner bei der Wohnungssuche.

26.09.2016, Simon Brühlmann

GWG-Ausflug nach Zürich und Dättnau

Am 22. September besichtigte der GWG-Vorstand gemeinsam mit dem Team der Geschäftsstelle zwei Beispiele für günstiges Wohnen: Die Siedlung «Oberwis» in Dättnau sowie die Überbauung «Klee» in Zürich Affoltern (der Architekten Knapkiewicz & Fickert, die für die GWG den Ersatzneubau im Vogelsang plant).

Spannend zu sehen bei der Begehung der Siedlung «Oberwis» war der Zugang zur Wohnung jeweils direkt über den Balkon. Dies wurde so gebaut, um Fläche und somit Kosten einzusparen.

Bei der Siedlung «Klee» war beeindruckend, wie es den Architekten Knapkiewicz & Fickert gelungen ist, ein Areal dicht zu bebauen, ohne dass die Wohnqualität und die Raumwahrnehmung darunter leiden. Wichtig waren dabei die gelungenen Innenhöfe, die ein Quartiergefühl in der Siedlung begünstigen. Ein deutlicher Kontrast zu den grossen riegelförmigen Wohnbauten in der direkten Nachbarschaft.

Den Abschluss des Ausflugs bildete das Abendessen im Restaurant «Giesserei» in Oerlikon. Auch dies ein architektonisch interessanter Ort: Der Innenraum erinnert noch heute an die industrielle Vergangenheit des Gebäudes, mit schweren Stahlträgern, Rohren und Ventilen.

15.08.2016, Simon Brühlmann

Flarzett: Angekommen im neuen Zuhause

Neues Leben in Elsau: Der «Flarz 2» ist seit Juli bewohnt.

 

Hinter dem «Flarz 2» spielen bereits die Kinder der im Juli und August eingezogenen Genossenschafterinnen und Genossenschafter, an den Briefkästen und Türklingeln sind die neuen Namen zu lesen. Dass es sich lohnt, im Flarzett zu wohnen, hat sich herumgesprochen: Alle neun Reihenhäuser sind bereits belegt. Bald werden auch die Wohnungen im «Flarz 1» und im Generationenhaus bezugsbereit sein.

Wer sich einen guten Eindruck über die fertigen Innenräume verschaffen will, kann dies nun auf der Flarzett-Website tun. Der Architekturfotograf Roland Bernath hat für die GWG Bilder einer möblierten Wohnung gemacht. Die Bildstrecke zeigt, wie die hellen und grosszügigen Räume ein sehr einladendes Wohngefühl schaffen: www.flarzett.ch/flarzett.

Die Wohnungen im Generationenhaus und im «Flarz 2» können ab Dezember 2016 bzw. Februar 2017 bezogen werden. Einzelne Wohnungen sind noch verfügbar, bewerben Sie sich geschwind auf: www.flarzett.ch/vermietung.

23.06.2016, Interview: Laura Bösiger

Mitgestalten? Unbedingt!

Katja Zimmermann (links im Bild) ist auf der GWG-Geschäftsstelle für den Bereich Genossenschaftliches zuständig. Zusammen mit Präsidentin Doris Sutter Gresia spricht sie über Ziele, Inspiration und gute Ideen.


Die GWG will das Zusammenleben noch einfacher machen. Warum fühlen sich verschiedenste Menschen bei der GWG zuhause?

Doris Sutter Gresia: Wir bieten eine schöne Wohnung zu einem fairen Preis mit guter Nachbarschaft und Mitgestaltungsmöglichkeiten – das ist einfach ein super Angebot. Denn jede Hardware (Wohnung) ist nichts wert ohne eine gute Software. Uns ist es wichtig, dass sich die Menschen, die bei uns wohnen, wohl fühlen. Dafür setzt sich Katja Zimmermann ein.

Wie sieht das im Alltag aus?

Katja Zimmermann: Zusammengefasst bin ich Drehscheibe für Ideen und helfe mit, dass diese verwirklicht werden können. Wir stellen Ressourcen wie Know-how, Geld oder Organisationsplattformen bereit und vernetzen Genossenschafterinnen und Genossenschafter untereinander. Ich organisiere Anlässe, an denen ich die unterschiedlichsten Bedürfnisse unserer Bewohnerinnen und Bewohner abholen kann.

Gibt es konkrete Beispiele?

Katja Zimmermann: Viele. Zum Beispiel haben wir die Siedlungskommission in Kollbrunn bei der Verwandlung eines leerstehenden Bastelraums in eine Freizeitoase für die ganze Siedlung unterstützt, für Genossenschaftsfeste Zelte und Tische organisiert, die man bei uns ausleihen kann, und bei der anstehenden Sanierung in Turbenthal die Bewohnerinnen und Bewohnern in die Planung einbezogen.

Wird die GWG mit Ideen überhäuft?

Doris Sutter Gresia: Viele Genossenschafterinnen und Genossenschafter machen sich Gedanken und haben gute Ideen, sie trauen sich aber nicht, damit zu uns zu kommen. Das ist schade. Denn Gedanken können und müssen weitergesponnen werden. Wir freuen uns deshalb über alle Anliegen, die den Weg zu uns finden. Zudem sind unsere Genossenschafterinnen und Genossenschafter DIE Experten, wenn es um das Wohnen geht. Niemand weiss besser wie sie, was in einer Küche praktisch ist und was nicht – und wo der Grillplatz im Garten stehen muss.

Apropos Küche und Grillplatz. Können die Genossenschafterinnen und Genossenschafter mitentscheiden, wann und wie eine Siedlung renoviert wird?

Doris Sutter Gresia: Die GWG verfolgt eine sehr langfristige Liegenschaftenstrategie und hat überdurchschnittlich gut unterhaltene Siedlungen. Über bevorstehende Sanierungen informieren wir viele Jahre im Voraus. Bevor es an die konkrete Planung geht, werden die Bewohnerinnen und Bewohner an Bord geholt. Es gibt eine Feedbackrunde, an der die Baukommission, die Architekten und die Bewohnerinnen und Bewohner teilnehmen. Dabei werden die Anliegen aufgenommen und Ideen diskutiert. Nach diesem «Expertentreff» liegt der Ball wieder bei der GWG.

Katja Zimmermann: Bei der Sanierung im Eichliacker haben wir auch den Aussenraum neugestaltet. Dafür haben wir einen Anlass gemacht. Von Jung bis Alt haben alle teilgenommen und sich rege ausgetauscht. So hat bei der Diskussion über den Spielplatz eine Gruppe Jugendlicher das Wort für die Jüngsten ergriffen: «Wir haben hier früher immer gespielt und es war voll cool. Für die Kleinen braucht es unbedingt wieder etwas!» Das finden auch wir. Und für die etwas Älteren steht jetzt direkt neben dem Sandkasten eine Slackline.

Welche Rolle spielt der Bereich Genossenschaftliches bei einem Neubauprojekt?

Doris Sutter Gresia: Es ist wichtig, dass wir bei einem Neubauprojekt von Anfang an dabei sind und bereits vor dem Projektwettbewerb ein Konzept für das Zusammenleben haben. Wir wollen mit gemeinschaftsfördernder Architektur über Winterthur hinaus Akzente setzen.

Katja Zimmermann: In unserer neuen Siedlung in Elsau haben wir für die Bewohnerinnen und Bewohner einen Kennenlernapéro vor dem Zügeltag organisiert. An einem Workshop im Herbst besprechen wir dann, wie die Gemeinschaftsstube eingerichtet und wie der Aussenraum gestaltet werden soll. Dieser wurde absichtlich nicht ganz fertiggestellt.

 

07.06.2016, GWG / Winterthurer Zeitung

Fairer Mietzins statt Gewinnabschöpfung

Lui Eigenmann von der Winterthurer Zeitung wollte von GWG-Geschäftsführer Andreas Siegenthaler wissen, warum es sich lohnt, bei der GWG zu wohnen, und wie sich die Bewohnerinnen und Bewohner in der neuen GWG-Siedlung in Elsau konkret einbringen können. Eine Zusammenfassung des Interviews.

 

Wie wirtschaftet die GWG?

Die GWG gehört den Bewohnerinnen und Bewohnern und bietet und schafft preiswerten Wohnraum in Winterthur und Umbegung. Die Mieterträge werden in den Unterhalt der Liegenschaften, Zukäufe und Neubauten investiert. Gewinn wird nicht ausgeschüttet. Da niemand Gewinn abschöpft, sind die Mieten günstiger. Zudem gestalten unsere Bewohnerinnen und Bewohner das Zusammenleben aktiv mit.

Nehmen wir das Beispiel Elsau. Wo genau können die Bewohnerinnen und Bewohner mitbestimmen?

Sie können den Aussenraum mitgestalten, Ideen einbringen, Projekte umsetzen. Statt einem typischen Gemeinschaftsraum machen wir zum Beispiel eine Art Stube. Wie die Bewohnerinnen und Bewohner diese nutzen, liegt an ihnen. Sie können einen Mittagstisch machen, Kinderkino oder Caférunden organisieren oder einfach, wenn zuhause viel läuft, in Ruhe ein Buch lesen. Zudem haben sie Stimmrecht an der jährlichen GWG-Generalversammlung, wo richtungsweisende Entscheide demokratisch gefällt werden.

Wer in der Siedlung Flarzett in Elsau einzieht und einen Fahrausweis besitzt, bekommt ein Mobility-Jahresabo geschenkt. Wie ist es dazu gekommen?

Die Überlegung war folgende: Wenn wir dadurch einigen Haushalten ermöglichen, auf einen Autokauf zu verzichten, entlasten wir deren Haushaltsbudget und für die Umwelt ist es auch gut. Ein gutes Angebot also.

Es heisst, die GWG sei offen für neue Wohnformen und fördere das Zusammenleben. Was heisst das genau, welche Projekte stehen in der nächsten Zeit noch an?

Aktuell planen und realisieren wir zwei Neubauprojekte: In Ossingen, nahe beim Bahnhof und gleich neben der Schule, bauen wir seit wenigen Wochen an der nächsten Wohnsiedlung. Auf gwg-ossingen.ch kann man etwas mehr zum Projekt und den damit verbundenen Ideen im Bereich Zusammenleben erfahren. Zudem planen wir den Ersatzneubau unserer Gründersiedlung im Vogelsang. Auch dort werden wir auf eine gute Durchmischung setzen und verschiedene Plattformen bieten, die das Zusammenleben einfacher machen.

Nochmals zurück zu Elsau. Gibt es im Flarzett noch Wohnungen?

Einzelne Wohnungen sind noch frei. Mehr dazu findet man unter www.flarzett.ch.

25.05.2016, Simon Brühlmann

DORIS SUTTER GRESIA VON GV ZUR ERSTEN GWG-PRÄSIDENTIN GEWÄHLT

Doris Sutter Gresia übernimmt die Leitung der Genossenschaft vom bisherigen Präsidenten Christian Gebhardt. Gebhardt leitete die GWG in den vergangenen neun Jahren mit viel strategischem Geschick und traf mit unterschiedlichsten Gesprächspartnern stets den richtigen Ton.

 

«Sie alle sind nun meine Chefs.», sagte Doris Sutter Gresia zu den Genossenschafterinnen und Genossenschaftern nach ihrer Wahl an der GV, «Ich freue mich sehr darauf, im Dienste von Ihnen allen zu arbeiten.» Sie dankte dem scheidenden Präsidenten für seinen beständigen Einsatz – Christian Gebhardts Abschied wird vom Vorstand und der Geschäftsstelle bei einer separaten Gelegenheit noch würdig gefeiert werden. Mit Doris Sutter Gresia hat die Generalversammlung erstmals in der Geschichte der GWG eine Präsidentin gewählt. Ebenso erfreulich: Die Decharge des Vorstands und die Abnahme der Jahresrechnung wurden klar gutgeheissen.

An der diesjährigen GV nahmen sehr viele Personen teil: 198 Genossenschafterinnen und Genossenschafter, sowie 130 Angehörige und Gäste. 74 Kinder spielten zudem im Untergeschoss in der Kinderbetreuung, welche durch das Team des Kinderzirkus Pipistrello sehr abwechslungsreich und lebendig gestaltet wurde.

Die 12 Tischreihen nahmen den gesamten Saal ein. Zur festlichen Atmosphäre trug nicht nur der historische Saal an der Liebestrasse bei, sondern auch das Rahmenprogramm: ein Auftritt einer kalabrischen Tanzgruppe – stilecht in entsprechenden Trachten gekleidet. Und beim Heimgehen gab es noch ein kleines Dankeschön für die Genossenschafterinnen und Genossenschafter: An einem eigens errichteten Marktstand durften sie aus verschiedenen regional hergestellten landwirtschaftlichen Produkten ein «Bhaltis» aussuchen.

22.04.2016, GWG

Lebendiger Auftakt für die Siedlung «Orenberg»

Am 21. April fand auf dem Baugrund an der Orenbergstrasse der Spatenstich zur GWG-Siedlung «Orenberg» statt. Eine überraschende musikalische Einlage des Gemeindepräsidenten Martin Günthardt und die humorvollen Schilderungen des Künstlers Werner Ignaz Jans verliehen dem Festakt eine besondere Lebhaftigkeit.

 

Damit hatte niemand gerechnet: Statt mit seiner Ansprache loszulegen, packte der Ossinger Gemeindepräsident Martin Günthardt ein Schwyzerörgeli aus, spielte darauf ein traditionelles Lied und sang grad selbst dazu. Eine gelungene Überraschung. Hernach legte Günthardt dar, warum er so froh sei, dass die GWG als Bauherrin in Ossingen aktiv werde: Weil mit einer traditionsreichen Genossenschaft sichergestellt sei, dass sowohl die Gemeinde wie auch die Landverkäufer und später die Bewohnerinnen und Bewohner der «Orenberg»-Siedlung ein zuverlässiges und faires Gegenüber haben werden.

Ebenso leicht wie Günthardt fiel es dem Künstler Werner Ignaz Jans, sich die Aufmerksamkeit der über 50 Gäste zu sichern. Was Günthardt mit seinem Örgeli gelang, schaffte Jans mit seinem Humor. «Diese Figur hier, die ist im bisherigen Budget noch nicht inbegriffen», scherzte er, als er anhand von Modellen sein Werk erläuterte, das als Kunst am Bau dereinst im Innenhof der «Orenberg»-Siedlung zu bestaunen sein wird. Aber beeindruckender als der Humor Jans’ waren dessen Vorbereitungsarbeiten, die er den Anwesenden schilderte. Jans ist derzeit daran, Reliefs und Holzskulpturen zu erschaffen, im Vorfeld dazu recherchierte er die Geschichte Ossingens, wie er erklärte. Aufgrund seiner Recherchen verweisen nun die Sujets seiner Reliefs unter anderem auf die Hungersnöte und die Auswanderungswellen, welche zu Ossingens Geschichte genauso gehören, wie das derzeitige gesunde Wachstum.

Kundig durch den Anlass führte Giuseppe Venturini, der projektverantwortliche Bauherr der GWG, mit dem Projekt natürlich bestens vertraut. Er war es, der noch vor dem Beitrag Günthardts das Wort an Markus Schmid von der Erbengemeinschaft, die das Bauland an die GWG verkaufte, und an GWG-Präsidenten Christian Gebhardt übergab. Gebhardt stellte die GWG vor, und legte einen Schwerpunkt auf dem Umstand, dass Genossenschaften – im Unterschied zu privaten Bauherren – keine Gewinne aus ihren Liegenschaften herausziehen, sondern die Erträge stets in den Unterhalt oder in Neubauten reinvestieren. Aus Sicht der Architekten veranschaulichte Philipp Brunnschweiler, von der Winterthurer BDE Architekten GmbH, wie bei der «Orenberg»-Siedlung eine passende Mischung aus Zeitgenössischem und einzelnen Rückbezügen zum historischen Baustil des Zürcher Weinlands entworfen wurde. Jeder der Beiträge warf aus einer eigenen Perspektive einen Blick auf die künftige «Orenberg»-Siedlung. Die Freude über den baldigen Baubeginn war gleichsam aus allen Voten herauszuhören.

 

12.02.2016, Andreas Siegenthaler

Wer wird im Flarzett in Elsau wohnen?

Die drei neuen Häuser der GWG im alten Dorfkern von Elsau sind im Bau. In der zweiten Jahreshälfte 2016 sind sie bezugsbereit. Die Erstvermietung ist im Gang. Wie entscheidet sich, wer einzieht?

 

Über Jahre wurde gedacht, geplant, beschlossen, beauftragt, ausgeführt, optimiert, koordiniert und dann beginnt irgendwann bei neuen Häusern die Erstvermietung. Sie ist für alle Projektbeteiligten erhellend. Bis dahin stützt man sich auf Prognosen. Wie kommen die neuen Häuser, die Wohnungen und Reihenhäuser an? Wer sind die Menschen, die dort wohnen, den Alltag verbringen und zuhause sein wollen?

Beim Flarzett in Elsau ist erfreulich, dass sich zahlreiche Haushalte interessieren. Sie wollen ihre sieben Sachen packen und im Flarzett einziehen.

Im Flarzett hat es Wohnungen und Reihenhäuser mit 1 bis 6 Zimmern. Es hat Wohnungen mit Gartensitzplatz, Dachwohnungen, Dach-Maisonette-Wohnungen, andere mit Orangerie und dreigeschossige Reihenhäuser mit Raumhöhen von bis zu 10 Metern. So vielfältig das Wohnungsangebot, so vielfältig dürfen die Haushalte sein.

Ziel der GWG ist, dass die Wohnungen bei der Kirche Elsau gut genutzt werden. Die Anzahl Bewohnerinnen und Bewohner soll pro Wohnung die Zimmerzahl höchstens um 1 unterschreiten. Das heisst in einer Vierzimmer-Dach-Maisonette-Wohnung sollen, wenn möglich, mindestens 3 Personen zuhause sein.

Wichtig ist der GWG die Bereitschaft der Genossenschafterinnen und Genossenschafter, sich in der Siedlung einzubringen. Klar wohnt man auch im Flarzett nebeneinander. Nachbarschaft kann gerne auch etwas weiter gehen. Miteinander geht manches besser.

Weiter würde sich die GWG freuen, wenn die Erstbewohnerinnen und –bewohner des Flarzett zu je einem Drittel aus Elsau sind, bereits in einer GWG Siedlung wohnen oder sowohl in Elsau wie auch in der GWG neu sind.

In der Erstvermietung wird darauf geachtet, dass Haushalte ihr Budget mit den Wohnkosten nicht überstrapazieren. Mit der gleichen Absicht stellt die GWG ein Mobility@home-Fahrzeug zur Verfügung. Wenn jemand dank dem Auto vor der Haustür auf den Kauf oder das Leasing eines eigenen Autos verzichten kann, entlastet es das Haushaltbudget und schont die Umwelt.

Flarzett, das ist Wohnraum für Jung und Alt, Klein und Gross. Eine Altersdurchmischung, unterschiedliche Berufe und eine durchschnittlich vielfältige Herkunft sind Ziele.

Die ersten Wohnungen sind reserviert. Wem könnten Sie empfehlen, www.flarzett.ch einmal oder zwei-, dreimal anzuschauen? Natürlich allen, die Sie selbst sympathisch finden. Danke!

www.flarzett.ch

26.11.2015, Simon Brühlmann

GELUNGENER TAG DER OFFENEN TÜR IN ELSAU

Am Samstag, 21. November fand in Elsau ein Besichtigungstermin im Rohbau der Siedlung «Flarzett» statt. Rund 80 Personen nahmen die besonderen Wohnungen mit dem sogenannten Lichtkamin in Augenschein.

 

«Der Lichtkamin dient dazu, Tageslicht von oben her ins Innere des Hauses zu führen», erklärt die Architektin Astrid Staufer den Umstehenden und verweist auf den Schacht im zukünftigen Wohnzimmer, durch welchen man – im Erdgeschoss stehend – durch ein Glasdach in den Himmel schauen kann.

Dieser neue Lichtkamin ist nicht die einzige Besonderheit, welche die Teilnehmer des Tages der offenen Tür in der künftigen Siedlung «Flarzett» mit eigenen Augen erleben konnten. So waren auf dem Dach bereits die Second-Hand-Ziegel zu sehen, welche dazu beitragen, dass sich «Flarzett» visuell in den bestehenden Dorfkern einfügt.

«Der Lichtkamin dient dazu, Tageslicht von oben her ins Innere des Hauses zu führen»

Jene Bereiche, die noch nicht fertiggestellt sind, wurden anhand der Modelle und Pläne vor Ort veranschaulicht: Die Umgebungsgestaltung mit den grosszügigen Grünflächen waren hier von besonderem Interesse, wie auch die Grundrisse der einzelnen Wohnungen.

Ein besonderer Besuch

So vielfältig wie der Wohnungsmix im «Flarzett» ist, so vielfältig waren auch die Besucherinnen und Besucher, die als Wohnungssuchende oder generell architektonisch Interessierte an den geführten Rundgängen teilnahmen: Einzelpersonen sowie Familien mit Kindern, Elsauerinnen und Elsauer wie auch GWG-Genossenschafterinnen und Genossenschafter aus Winterthur und Umgebung.

Zudem nahm an den Führungen eine Gruppe Teil, die von etwas weiter her angereist war: Eine Delegation von Bauingenieuren aus dem Königreich Bhutan zeigte Interesse für Arbeit ihrer Berufskollegen und der Architekten in der Schweiz. Zustande gekommen war dieser für beide Seiten bereichernde Austausch dank Kontakten des Architekturbüros Staufer und Hasler.

GWG-Zukunft mit neuer Charta

Jeweils zum Abschluss der geführten Rundgänge erklärten Doris Sutter (Vorstandsmitglied, Ressort «Genossenschaftliches») und Katja Zimmermann (Geschäftsstelle, «Genossenschaftliches») welche Ideen und Partizipationsmöglichkeiten die GWG den Bewohnerinnen und Bewohnern des «Flarzett» bieten wird. Ein besonderer Schwerpunkt lag hierbei auf der neuen GWG-Charta, die genossenschaftliche, soziale und ökologische Ziele in sich vereint. Zudem erklärten die beiden, wie die Bewohnerinnen und Bewohner bei der Ausgestaltung des Aussenbereichs mitbestimmen können.

Aus Sicht der GWG war der Tag der offenen Tür ein Erfolg: Die grosse Zahl der Teilnehmer bestätigt, dass ein Interesse an den baulichen und sozialen Aspekten des Neubaus in Elsau bestehen. Zudem war dieser Samstag auch eine willkommene Gelegenheit um mit bestehenden GWG-Mitgliedern und den Elsauer Nachbarn direkt ins Gespräch zu kommen.

10.11.2015, GWG

GELUNGENES EICHLIACKER-UMBAUFEST

Am 5. November fand im Restaurant Bahnhof Töss das «Umbaufest» mit den Bewohnerinnen und Bewohnern der Liegenschaft an der Eichliackerstrasse statt. Ein Dankeschön für die Genossenschafterinnen und Genossenschafter, die während der Sanierungs- und Ausbauarbeiten ihre Geduld und Flexibilität unter Beweis stellen mussten.

 

Bei Kerzenlicht, leckerem Essen und angeregten Gesprächen feierten Genossenschafterinnen und Genossenschafter mehrerer Generationen den Abschluss der Sanierungsarbeiten und des Innenausbaus der Dachwohnungen an der Eichliackerstrasse.

Nach einem Willkommensgetränk gab Giuseppe Venturini, der verantwortliche Bauherr der GWG, eine kurze Rückschau auf die vorgenommenen baulichen Arbeiten. Die GWG hatte bei den Bewohnern eine Befragung durchgeführt, darüber, wie zufrieden sie mit der Kommunikation, dem Ablauf der Arbeiten und der Termineinhaltung seitens der GWG und der Architekten seien. Venturini präsentierte die Resultate dieser Befragung – erfreut über die vielen positiven Rückmeldungen.

Ruedi Lattmann, Inhaber des Architekturbüros Ruedi Lattmann Architektur + Design AG, sprach den Anwesenden seinen herzlichen Dank aus, für deren Geduld. «Eine Sanierung im bewohnten Zustand ist nie einfach.», sagte Lattmann, «Doch die teils unliebsamen Arbeiten erfolgen jeweils im Dienste der Genossenschafterinnen und Genossenschfter: Sie bekommen schönere Bäder und schönere Küchen.»

Doris Sutter, Vorstandsmitglied der GWG, betonte, dass die Nachbarschaft nicht nur durch das Bauliche, sondern auch durch das genossenschaftliche Miteinander geprägt ist. Sie wünsche sich, dass die Bewohnerinnen und Bewohner gemeinsam im kommenden Sommer ein Gartenfest auf die Beine stellen würden. Ein Wunsch, der auf offene Ohren stiess: Nach dem Abendessen erklärten sich mehrere Frauen und Männer bereit, ein solches Fest zu organisieren. Bis dahin soll es bereits einen neuen Grund zum Feiern geben: den Abschluss der Arbeiten im Aussenraum der Liegenschaft.

27.10.2015, Katharina Flieger

Eine bemerkenswerte Offenheit in Elsau

Dank einer zeitgemässen Interpretation traditioneller Flarzhäuser entsteht im Elsauer Dorfkern eine aussergewöhnliche Siedlung. Ein Gespräch mit Architektin Astrid Staufer vom Büro Staufer & Hasler über die Besonderheiten des Projektes und die Magie des Ortes.

 

Für die Genossenschaftsüberbauung in Elsau hat die GWG einen Projektwettbewerb ausgeschrieben. Worin lag für Sie der Reiz, daran teilzunehmen?

Das Dorf Elsau verkörpert eine Art heile Welt. Die Überbauung mit 33 Wohnungen, in die rund achtzig Menschen einziehen und das Dorfzentrum neu besetzen werden, stellte eine spannende Herausforderung dar. Uns beschäftigte vor allem die Frage, wie sich die heutigen Bedürfnisse an Wohnraum mit den ortsbaulichen Anforderungen in Elsau verbinden liessen, ohne dass der Zauber des Ortes zerstört wird. Neue Wohnungen ähneln einander heute immer mehr, da die Bauherrschaften einheitliche Standards bezüglich Gestaltung und Materialwahl pflegen. Bei der GWG hofften wir, gemeinsam Ungewohntes und Neues ausprobieren zu können…

Was offenbar gelang. Die Wettbewerbsjury, in der auch die Gemeinde Elsau und die Kantonale Denkmalpflege vertreten waren, wählte Ihr Projekt «Flarzett» aus. Rückblickend wird von Liebe auf den ersten Blick gesprochen. Wie erklären Sie sich die grosse Begeisterung für Ihre Eingabe?

Wir wünschten uns einen möglichst grossen und für die kollektive Nutzung frei zugänglichen Aussenraum – in Erinnerung an die Allmend, die dort einst war. Eine Lösung für dieses Anliegen bot sich mit der historischen Bauform von Flarzhäusern. Das waren Behausungen für arme Kleinbauern, unter grossen, eher flachen Dächern in kompakten Zeilen zusammengebaut. Man fand sie zuerst in vielen Gegenden des Kantons Zürich, so auch in Elsau, später vorwiegend im Zürcher Oberland. Während andere Wettbewerbsteilnehmende das Baufeld mit kleinen Häusern überstellten, schlugen wir zwei kräftige Flarze mit unterschiedlichen, auch mehrgeschossigen Wohntypen vor; dies ermöglichte erst den grossen, zusammenhängenden Aussenraum. Ein drittes Haus ersetzt nun – als sogenanntes Generationenwohnhaus – das baufällige alte Schulhaus. Wir waren freudig überrascht, als unser Projekt ausgewählt wurde.

Worin zeigt sich, neben der Grösse, die Spezialität der Bauweise?

Wir stellten uns die Frage, wie sich ein solcher Bautypus zeitgemäss interpretieren liesse. Historische Flarze weisen eine grosse, drei Räume umfassende Bautiefe auf, in deren Mitte oft die Küche mit ihrem Kamin zum Heizen und Kochen lag. Diese Feuerstelle erübrigt sich heute; der Kamin bot sich aber an, um Licht ins Innere der Wohnungen zu bringen. Das Herzstück unserer Neuinterpretation ist also ein Lichtkamin, der Tageslicht in die inneren Bereiche lenkt: auf die Treppen oder in die Badezimmer.

Altes und Neues werden in der Konstruktion verbunden. Wird dies auch von aussen sichtbar?

Innen sind die Häuser in moderner Sprache gestaltet; von aussen wachsen sie mit der Umgebung zusammen. Auch in ihrer Materialisierung passen sie sich an: Auf massiven Steinsockeln liegen ökologische Holzbauten. Das Steildach ist mit alten Biberschwanzziegeln eingedeckt, die wir von der Denkmalstiftung des Kantons Thurgau erwerben konnten, was mich ganz besonders freut.

Archäologische Untersuchungen zu Baubeginn haben gezeigt, dass der Ort bereits im Frühmittelalter besiedelt war. Man hat Spuren sogenannter Grubenhäuser gefunden. Sie bauen auf einer freien Wiese direkt neben der Kirche. Wie waren die Reaktionen im Dorf auf die Überbauung an diesem sensiblen Ort?

Das Projekt wurde glücklicherweise gut aufgenommen. Man scheint sich auf die Menschen, die hier einziehen, zu freuen. Mit der Überbauung wird dem Trend der Abwanderung entgegengewirkt, neue Schulkinder werden kommen. Die Aussicht mag teilweise eingeschränkt werden, dafür wird das Dorfleben bereichert. Elsau strahlt in ortsbaulicher Hinsicht eine bemerkenswerte Offenheit aus. Zahlreiche Fusspfade führen an Häusern vorbei, der Umgang mit Privatgrund ist entspannt – das wollten wir in unseren Entwurf aufnehmen. Die Bauweise, die sich der Ortschaft anpasst, und der grosse Aussenraum sind für den weiteren Zusammenhalt des Dorfes massgebend. Ein wichtiges Anliegen war uns aber auch, von diesem schönen Ort nicht nur zu profitieren, sondern ihm auch etwas zurückzugeben: Allen Dorfbewohnerinnen und -bewohnern stehen sowohl der Gemeinschaftsraum wie auch die Spielplätze zur Mitbenützung zur Verfügung. Wir wollen eine offene Mitte, an der alle teilhaben können!

26.10.2015, GWG/Landbote

Bienenwaben für den Vogelsang

Das GWG-Projekt «Champs des Oiseaux» im Vogelsang interessiert nicht nur GWGlerinnen und GWGler, sondern auch Architekturliebhaberinnen und -liebhaber, die Winterthurer Bevölkerung und die lokale Presse. Auszüge aus dem Landbote-Artikel nach der Vernissage im November 2014.

Die Architektur des Siegerprojektes «Champs des Oiseaux» (Feld der Vögel) ist unkonventionell. Die meisten der 15 Architekturbüros, die zum Wettbewerb eingeladen worden waren, wollten eine oder zwei mehr oder weniger durchbrochene Häuserzeilen auf dem Hanggelände platzieren. Das Zürcher Architekturbüro Knapkiewicz & Fickert hingegen wählt eine komplizierte Wabenstruktur, deren Geometrie auch mit Blick auf Pläne und Modelle nicht leicht zu durchschauen ist.  Die teils zusammenhängenden Gebäudekörper sind um achteckige Höfe herum platziert. Es gibt einen Zentralhof mit geteilten Nutzungen – ein Gemeinschaftsraum, eine Kita und ein Kindergarten sind geplant. Im Seitenprofil erhöht sich die Bebauung gegen den Hang hin um ein Stockwerk. Der Bau erscheint nach hinten dreigeschossig, wobei die beiden oberen Stockwerke im Holzbau ausgeführt werden. Wie ein Pavillon soll das wirken und sich gut ins dahinterliegende Püntenareal einordnen.

Architekten-Augenwasser

«Wir haben fast geweint vor Freude, als wir erfuhren, dass wir gewonnen haben», sagte Axel Fickert bei der Projektpräsentation. Denn bei der Überbauung habe sein Büro «etwas Neues» entdeckt, das «uns noch beschäftigen wird». Fickert bot einen amüsanten Abriss, wie er mit seinem Team versuchte, die «gewaltige Baumasse» auf dem schmalen Hangstück zu platzieren – ohne befriedigendes Resultat. Plötzlich hätten sie die zündende Idee gehabt. «Wir haben uns gesagt, wir machen einen grossen Block, aus dem wir Höfe schneiden. Nach dem Motto: Es geht nicht ums Haus, es geht um den Freiraum.»  Erst im Nachhinein entdeckte Fickert, dass das Prinzip, ein Haus durch einen seitlich bebauten und gegen die Strasse geschützten Hof abzusetzen, eine Tradition in Frankreich hat, im sogenannten Hôtel particulier, einem Stadthaus-Typus der besseren Gesellschaft des 17. und 18. Jahrhunderts.

Es geht nicht ums Haus, es geht um den Freiraum

Der Entscheid für «Champs des Oiseaux» sei einstimmig gefallen, sagte Astrid Staufer von der Wettbewerbsjury. Sie lobte die «zellulare Struktur» der Bebauung. Die Höfe ermöglichten Begegnungen und trügen damit dem Genossenschaftsgedanken Rechnung. Gleichzeitig gebe es genug Privatheit und Rückzugsmöglichkeiten. Auch die Erschliessung der Wohnungen mit einem «kapillarartigen Raumsystem» – zwischen den Höfen gibt es Verbindungen – und die Wirtschaftlichkeit sprächen für das Siegerprojekt.

Die Grundrisse sind laut Philipp Brunnschweiler vom Vorstand der GWG bewusst knapp geschnitten. «Das macht günstigen Wohnraum erst möglich.» Ein Drittel ist als Familienwohnungen geplant. In der grossen Zahl von 1- bis 2½-Zimmer-Wohnungen spiegeln sich die demografische Entwicklung, die Single- und Scheidungsgesellschaft. Auch Wohnraum für 100 Studenten wird es geben, sie teilen sich grosse, strassenseitig gelegene Wohnungen. Die Genossenschafter wohnen in den oberen Etagen, mit Aussicht. Jede Wohnung soll dank cleveren Grundrissen Blick ins Tal und auf den Hang bieten. Unterhöhlt ist das Ganze mit einer Tiefgarage. Und, um ein letztes Detail zu nennen: An der Unteren Vogelsangstrasse planen die Verfasser ein Hochtrottoir mit Geländer.

26.10.2015, Simon Brühlmann

Besuch bei innovativen Zürcher Bauprojekten

Bei einem Betriebsausflug haben der GWG-Vorstand und die Geschäftsstelle zwei jüngere Bauprojekte in Zürich unter die Lupe genommen. Die Führungen durch das elfstöckige «Hohes Haus West» und durch die Genossenschaft «Kalkbreite» ermöglichten spannende Einblicke in zeitgenössische Baukultur und gaben Denkanstösse für neue Formen des genossenschaftlichen Wohnens.

«Wow! was für ein Ausblick!», denkt man unweigerlich, wenn man zuoberst auf dem «Hohes Haus West» steht und den Blick über Zürichs Dächer auf sich wirken lässt. Wie uns Marc Loeliger von «Loeliger Strub Architektur» auf der Führung erklärte, gehört die Terrasse mit Weitblick nicht zur obersten Wohnung, sondern kann von allen Bewohnern genutzt werden. «Hohes Haus West», dieser Name verrät schon viel: Das Gebäude überragt die umstehenden Bauten, und die Präzisierung «West» verweist auf die Lage an der nun verkehrsberuhigten Weststrasse – die einst eine der lärmigsten Transitachsen Zürichs war.

Was bei der Begehung einer einzelnen Wohnung von «Hohes Haus West» auffällt, ist der architektonische Umgang mit Innen- versus Aussenräumen, zum Beispiel bei den Balkonen. Zwischen dem kleinen Balkon und der Küche ist eine grosse Schiebetür verbaut. Wenn diese geöffnet wird, öffnet sich der gesamte Raum, so dass sich die Küche selbst in eine Loggia verwandelt. Auch in den übrigen Räumen entsteht durch den weiten Blick nach aussen (insbesondere in höheren Etagen) und die grosszügigen Fenster ein besonderes Raumerlebnis. Umgekehrt werden im Erdgeschoss das Quartier und dessen Bewohner ins Haus geholt: ins schmucke Café mit Vintage-Intérieur.

«Kalkbreite» als Pioniersiedlung

Der zweite Teil unseres Ausflugs erwartete uns wenige Gehminuten entfernt: eine Führung durch die «Kalkbreite», mit dem Architekten Pasquale Talerico, dem stellvertretenden Projektleiter der Genossenschaft Kalkbreite. Spannend zu erfahren war hier, dass der grosse Innenhof der Minergie-P-konformen Überbauung nicht für die Genossenschafter reserviert ist, sondern als öffentlicher Raum gilt – mit frei nutzbaren Sitzgelegenheiten und Spielplätzen. Die Genossenschaft teilt also den Platz mit der Quartierbevölkerung.

Das Teilen ist ein wichtiges Stichwort für die «Kalkbreite». Denn viele Räume gehören nicht Einzelpersonen, sondern der Allgemeinheit. So bestehen eine Caféteria, mehrere Terrassen, zudem Näh-, Atelier- und andere gemeinschaftlich verwaltete Räume. Auch wie der Wohnraum in der Kalkbreite geteilt wird, ist innovativ: Es gibt sogenannte Grosshaushalte, die bis zu 50 Personen umfassen, welche an eine gastromässige Gemeinschaftsküche angegliedert sind, bei der täglich für neun Franken ein Menü bezogen werden kann. Zudem spielt Car-Sharing eine wichtige Rolle, da sich die Genossenschafter prinzipiell dazu verpflichten, kein eigenes Auto zu besitzen. Es war verblüffend zu sehen, wie die Genossenschaft Kalkbreite mit Fragen des Teilens und der Partizipation umgeht.

Das Teilen ist ein wichtiges Stichwort für die «Kalkbreite». Viele Räume gehören nicht Einzelpersonen, sondern der Allgemeinheit.

Der abschliessende Programmpunkt des Ausflugs, der vom GWG-Vorstandsmitglied und Architekten Philipp Brunnschweiler organisiert wurde, war ein Abendessen im Restaurant «Rosso». Bei Speis’ und Trank wurde vieles vom Gesehenen nochmals besprochen: Wer könnte sich das Leben in einem 50-Personen-Grosshaushalt vorstellen? Ist der Verzicht auf ein Auto eine zu hohe Hürde für Genossenschafter, auch mitten in der Stadt? Lassen sich aus dem in Zürich Gesehenen neue Ideen für die spezifische Ausgangslage in Winterthur entwickeln?

 

26.10.2015, GWG

Freude nach Sanierung im Eichliacker

Wie man aus einem Mehrfamilienhaus aus dem Jahr 1984 eine Genossenschaftssiedlung macht, zeigt die Sanierung der GWG-Siedlung im Eichliacker. Interessant ist nicht nur das Resultat der Renovation, sondern auch der Weg dort hin.

Soll der Erdhügel im Garten bleiben? Was muss eine neue Küche alles können? Wenn die GWG eine Liegenschaft saniert, dann informiert sie ihre Genossenschafterinnen und Genossenschafter mindestens zehn Jahre im Voraus – darüber hinaus können die Bewohnerinnen und Bewohner auch mitreden, wenn es um die konkrete Planung geht. So auch an der Eichliackerstrasse 49–51 in Töss. Das Resultat einer einjährigen Projekt- und einer siebenmonatigen Bauphase: ein neu gestalteter Aussenraum, eine sanierte Gebäudehülle, eine neue Heizung, neue Bäder und Küchen und vier zusätzliche Wohnungen im Dachstock.

Vor der Planung

Der Startschuss für das Projekt «Sanierung Eichliacker» liegt bereits etwas zurück. Es war eine Feedbackveranstaltung im Zentrum Töss im September 2014. «Wir wollten alle Wünsche und Bedürfnisse der Bewohnerinnen und Bewohner aufnehmen, bevor wir uns an die Planung machen», sagt Giuseppe Venturini, projektverantwortlicher Bauherr der GWG. Das Interesse an der Veranstaltung war hoch, die GWG habe einiges zusammentragen können. «Die Inputs aus der Veranstaltung legten einen wichtigen Grundstein für das anschliessende Briefing der Architekten».

Die Inputs der Genossenschafterinnen und Genossenschafter legten den Grundstein für die Planung.

Auch bei der Neugestaltung des Aussenraums waren Ideen gefragt. Am Treffen der eingesetzten Gestaltungskommission im Frühling 2015 war schnell klar: Der Erdhügel vor den Bahngleisen, der vor dem Bau der Lärmschutzwände als Dämpfer gedient hatte, muss weg. Den meisten Zuspruch fand bei den Bewohnerinnen und Bewohnern das folgende Bild des künftigen Zusammenlebens: Auf einem Kiesplatz mit grossen Tischen trifft man sich zum Grillfest. Ein grosser Sandkasten mit intergiertem Wasserspiel wird zur Erlebniswelt für die Kleinen. Und die etwas Grösseren balancieren auf einer Slackline über den Rasen – oder spielen Fussball auf den grosszügigen Rasenflächen.

Von der Idee zur Realisierung

Damit die Wohn- und Aussenraumträume innert nützlicher Frist realisiert werden konnten, musste die Sanierung minuziös geplant werden. An einer Informationsveranstaltung im Januar 2015 ging die GWG mit den Bewohnerinnen und Bewohnern alle Details durch. Alle sollten genau wissen, was auf sie zukommt. Die GWG renovierte schliesslich im bewohnten Zustand in vier Etappen zwischen Mai und Juli 2015 jeweils vier der insgesamt 16 Wohnungen miteinander. Für die Genossenschafterinnen und Genossenschafter wurden für diese Zeit provisorische Badezimmer in der Waschküche eingerichtet und mobile Kochplatten zur Verfügung gestellt. Vier Wochen mussten die Bewohnerinnen und Bewohner im Durchschnitt auf ihre eigene Dusche verzichten. «Das ist für eine Sanierung eine vergleichsweise kurze Zeit. Trotzdem ist das sehr anstrengend», so Venturini. Neben den einzelnen Wohnungen wurde die Fassade renoviert, die Heizung erneuert, das Treppenhaus gestrichen und eine Solaranlage installiert.

Unser spezieller Dank für das gute Gelingen geht an das Architekturbüro Ruedi Lattmann Architektur + Design AG, sowie an die beteiligten Planer und Handwerker.

Nachverdichtung

Mit dem Ausbau des Dachstocks – das Herzstück des Bauprojekts – wurde im Juni parallel zu den Sanierungsarbeiten begonnen. Im obersten Stock entstanden in fünf Monaten drei 3.5-Zimmer- und eine 2.5-Zimmer-Wohnung mit je einem Balkon und wunderbarer Aussicht Richtung Vogelsang und Zentrum Töss. Eine Neubauwohnung im Eichliacker kostet je nach Grösse monatlich zwischen 1290 und 1690 Franken, eine sanierte 4.5-Zimmer-Wohnung in den unteren Stöcken rund 1500 Franken (jeweils inklusive Nebenkosten).

Wenn alle zufrieden sind

Für die Genossenschafterinnen und Genossenschafter im Eichliacker hat sich die Geduld gelohnt. Sie sind sehr zufrieden mit ihren renovierten Wohnungen, wie eine Befragung zeigt. Dass das Feedback vor allem in den Bereichen «Zufriedenheit mit Küche und Bad» und «Information und Kommunikation» sehr gut ausgefallen ist, freut Venturini besonders. «Die Sanierung Eichliacker zeigt, dass sich der genossenschaftliche Weg für alle auszahlt. Das macht Freude.»

Diese Freude soll geteilt werden. Die GWG lädt deshalb Anfang November die Bewohnerinnen und Bewohner der ganzen Liegenschaft ein zum Mieterfest im Restaurant Bahnhof in Töss. Dann wird angestossen – auf das grössere Gefrierfach, die neue Grillecke, die moderne Badewanne und darauf, dass im Eichliacker nach ein paar einschränkenden Monaten wieder nach Lust und Laune gelebt werden kann.