Grüzefeld

Die Siedlung Grüzefeld wurde in den 1960ern von vier Winterthurer Genossenschaften, der HGW Heimstätten Genossenschaft, der Wohnbau-Genossenschaft Waldheim, der gaiwo und der GWG erstellt. Ein Studienauftrag legt nun den Grundstein für die zukünftige Entwicklung der Siedlung. Dass sich die rund 800 Bewohnerinnen und Bewohner hier weiterhin zuhause fühlen, spielt dabei eine zentrale Rolle.

Als eine der ältesten Plattenbausiedlungen der Schweiz ist das Grüzefeld ein modernes Beispiel urbaner Verdichtung in Winterthur. Die Siedlung war eine Antwort auf die damals herrschende Wohnungsnot. Trotz der Eile bei der Erstellung wurde grossen Wert auf eine gute Gestaltung gelegt. Das Grüzefeld ist deshalb im kantonalen Inventar schützenswerter Bauten erfasst. Dies bedeutet nicht, dass die Siedlung bleiben muss, wie sie ist. Die zukünftige Entwicklung will aber sorgfältig geplant werden.

Sanierung bietet Möglichkeit für Verbesserungen

Veränderungen sind notwendig: Heute, fast 50 Jahre später, ist bei vielen Wohnungen eine Sanierung fällig und die Statik der Häuser muss an aktuelle Normen angepasst werden. Dies bietet auch neue Möglichkeiten: So können zum Beispiel Grundrisse verbessert oder Wohnungen erweitert werden.

Um verschiedene Vorschläge für die Weiterentwicklung der Siedlung zu erhalten, luden die beteiligten Wohnbaugenossenschaften fünf Planungsteams zu einem Studienauftrag ein. Nebst Anpassungen an den bestehenden Wohnungen ging es darum, zusätzlichen Wohnraum in der Siedlung zu schaf- fen. Dabei sollen alle heutigen Bewohnerinnen und Bewohner in der Siedlung wohnen bleiben und sich weiterhin hier zuhause fühlen können.

Die Beurteilung der fünf Beiträge erfolgte durch eine Jury bestehend aus Behörden, Experten und Expertinnen und Genossenschaftsvertretenden. Gewonnen hat der Beitrag des Teams Niedermann Sigg Schwendener Architekten AG, Krebs und Herde Landschaftsarchitekten GmbH, Büro Thomas Boyle + Partner AG Bauingenieure und des Soziologen Orlando Eberle.

Grosszügige Grünflächen sollen bleiben

In ihrer Studie bauen sie die Siedlung auf selbstverständliche Art und Weise weiter. So können bis zu 80 zusätzliche Wohnungen geschaffen werden. Mit der Absicht, die Siedlung nach aussen zu öffnen, schlagen sie einen Neubau für die Alterswohnungen der gaiwo vor. Dieser ersetzt die vorhandenen Reihenhäuser. Mit seinem offenen Erdgeschoss wird er zu einem Zentrum der Siedlung. Der grüne Freiraum soll beibehalten und in seinen Qualitäten gestärkt werden.

Der Siegervorschlag dient nun als Grundlage für einen Gestaltungsplan. Erst wenn dieser besteht und genehmigt wurde, ist es möglich, konkrete Bauprojekte zu planen. Die ersten baulichen Massnahmen werden nicht vor 2024 starten. In der Zwischenzeit werden die Häuser nach wie vor gut unterhalten und nötige Reparaturen und Verbesserungen ausgeführt.

Was heisst das für die Bewohnerinnen und Bewohner?

Die GWG hat die Grundrisse der Wohnungen an der Hulfteggstrasse 36–46 und am Strahleggweg 26 vor einiger Zeit geprüft und die Wohnungen zum Teil vergrössert. In den nächsten Jahren besteht deshalb kein Bedarf, die Grundrisse der Wohnungen anzupassen. Auch in den GWG-Häusern werden jedoch Unterhaltsarbeiten notwendig sein. Was genau wann wo gemacht wird, ist heute noch unklar. Auch hier gilt: Bis 2024 sind keine grösseren Bauarbeiten geplant. Wir werden unsere Bewohnerinnen und Bewohner in den kommenden Jahren über weitere Planungsschritte auf dem Laufenden halten.